Paul Harnden ist ein in Brighton ansässiger Schuhmacher und Modedesigner, dessen Metier höchste Handwerkskunst und die Anwendung längst vergessener, ehemals populärer Techniken sind. Harndens Ansatz sowohl zum Leben als auch zu seiner Modekarriere ist bemerkenswert und heutzutage in dieser Branche ziemlich ungewöhnlich – der Designer ist im Grunde unauffindbar und unentdeckbar. Er konzentriert sich voll und ganz auf seine Arbeit, ohne viel Aufsehen in der Modewelt zu erregen, die sich gerne präsentiert und stets auf dem neuesten Stand der Trends und Ereignisse ist. Das ist es, was die Liebhaber seiner Arbeit schätzen – jedes einzelne seiner Stücke steht für absolute Hingabe und Engagement ausschließlich für sein Handwerk.
Harnden hat im Laufe der Jahre eine beträchtliche Anzahl von Anhängern gewonnen, darunter einige A-Prominente und Medienpersönlichkeiten. Seine Entwürfe werden von Brad Pitt, Jeremy Strong und sogar John Galliano getragen, der angeblich „all seine Sachen von Paul Harnden kauft“. Das Phänomen des Designers, dessen Stücke unter anderem im Dover Street Market verkauft werden, ist, dass ihn niemand tatsächlich getroffen hat. Er lässt die Kleidung für sich sprechen und hält es für unnötig, Maßnahmen zu ergreifen, um gehört und mit seinen eigenen Worten beschrieben zu werden.
Das Besondere an Harndens Vision ist, dass seine Entwürfe in keiner Weise neu oder frisch aussehen sollen. Dickenssche Silhouetten zeichnen sich durch das überirdische Gefühl aus, Berge, Flüsse und Wälder überquert zu haben, bevor sie ihr endgültiges Ziel erreichen. Harndens Stücke erzählen leise von einem Universum, in das sich nur wenige vertiefen können.
Geschrieben von Julia Siechowicz