Wie es Jungen eben tun – Rei Kawakubos Einfluss auf maskuline Weiblichkeit und Jugendlichkeit

Rei Kawakubo ist ganz für das neue Maskuline – nachdem die Gesellschaft jahrelang versucht hat, Frauen und Männer in verschiedene Geschlechternormen und zahlreiche Standards zu drängen, erweist sich Comme des Garçons als sicherer Hafen für jeden, der seine Identität auf alternative Weise ausdrücken möchte. Kawakubo definiert neu, was es bedeutet, in einer Gesellschaft ein Mann zu sein, und zeigt durch ihre Silhouetten, dass es einen anderen Weg gibt, dem man folgen kann. Indem sie Maskulinität für Frauen zugänglich macht, stellt sie sich den großen männlichen Namen des europäischen Modedesigns entgegen und zeigt, was es bedeutet, eine Frau zu sein, aus der Perspektive einer Frau.
Die Idee, ein Label zu gründen, kam Rei Kawakubo um die 60er Jahre, als sie ihr Studium an der Kunstabteilung der Keio Universität in Tokio abgeschlossen hatte. 1981 war das Jahr, in dem die erste CdG-Runway-Show in Paris stattfand. Durchdrungen von Minimalismus, omnipräsentem Schwarz und dem Fehlen einer definierten Form, war die Kollektion eine Synthese japanischer Werte und Erbe. Nachdem Kawakubo von Kritikern für den „übermäßigen Gebrauch von Schwarz“ in der Kollektion missbilligt wurde, nutzte sie dies als Gelegenheit, mit ihrer Vision für die Präsentation maskuliner Designs, die sie weiter verfolgen wollte, auszubrechen.

Rei Kawakubos Kleidungsstücke dienen denjenigen, die sie tragen, als Schutzschild und bewahren sie vor der Welt und anderen. Anstatt feminine Züge in Damenkollektionen zu betonen, weibliche Kurven hervorzuheben und ätherischen Tüll und transparente Materialien zu verwenden, verändert Kawakubo die weibliche Silhouette und formt sie zu einer Form, die ihre ursprüngliche Gestalt verliert und mit breiten Schultern, weniger Betonung der Hüften sowie abstrakten Stoffdrapierungen und Absteckungen männlicher wirkt. Rei Kawakubo bleibt bis heute die führende Persönlichkeit des japanischen Designs in der modernen Modewelt und steht als Hüterin geschlechtsneutraler Silhouetten und Visionen.

Verfasst von Julia Siechowicz

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